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ConsultationKlasse 7–10
Viele Menschen denken, es gibt genau ein gutes Hochdeutsch. Dabei ist die Standardsprache vielfältig: wenn wir sie sprechen und sogar wenn wir sie schreiben.
Wusstest du schon?
Hochdeutsch unter der Lupe – warum es vielfältiger ist, als du vielleicht dachtest
Manche Menschen denken, es gibt genau ein gutes Hochdeutsch; damit meinen sie die deutsche Standardsprache. Viele Menschen denken auch, dass diese Standardsprache besonders schön im Raum Hannover gesprochen wird. Alle Sprechweisen und Schreibweisen, die nicht zu diesem Idealbild passen, werden als Umgangssprache oder Dialekt eingestuft. Das lässt sich aber nicht wissenschaftlich begründen.
In der Sprachwissenschaft hat sich eine andere Vorstellung durchgesetzt. Die Standardsprache ist vielfältig. Sie unterscheidet sich, je nachdem, wo wir sie verwenden: und zwar wenn wir sie sprechen, aber auch wenn wir sie schreiben. Das nennen wir auch Gebrauchsstandard.
Was heißt das jetzt genau? In der Standardsprache gibt es regionale Unterschiede. Zum Beispiel im Wortschatz, in der Schreibweise, in der Grammatik und in der Aussprache.
Ein Beispiel ist das Wort heuer, was „dieses Jahr“ bedeutet. Von vielen Menschen in Deutschland wird es als ein Dialektwort angesehen. Aber in Bayern, Österreich und der Schweiz ist es Teil der Standardsprache und wird auch in Zeitungen so verwendet.
Sogar bei der Schreibweise bestimmter Wörter gibt es Unterschiede. Das Wort kuschelig zum Beispiel taucht in verschiedenen Zeitungen mit e und ohne e auf.
Und auch bei der Grammatik gibt es Unterschiede. Bei Verben wie stehen oder sitzen schreiben viele Leute im Süden des deutschen Sprachgebiets „ist gestanden“. Im Norden ist das Perfekt mit „haben“ üblich.
Auch wie wir die Standardsprache sprechen, unterscheidet sich von Region zu Region. Je nachdem, wo wir uns befinden, sagen viele Leute zum Beispiel Kemie, Schemie oder Chemie. In Teilen der Schweiz gibt es zusätzlich die Variante Kchemie.
Und es gibt noch viele weitere Unterschiede. Zum Beispiel, wie genau das ‑ig am Wortende ausgesprochen wird oder ob man Pfeffer oder Feffer sagt.
Wir stellen also fest: die Standardsprache ist vielfältig. Wir gebrauchen sie, je nachdem, wo im deutschsprachigen Raum wir uns befinden anders: wenn wir sie schreiben und wenn wir sie sprechen. Und das ist ganz normal.
Wenn also in einem Gespräch mal wieder gesagt wird: „Es heißt nicht Kemie, sondern Chemie“, dann weißt du: Es gibt hier kein richtig oder falsch, denn die Standardsprache ist vielfältig.
Ammon, U., Bickel, H., Lenz, A. N. (Hrsg.). (2016). Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. De Gruyter. https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110245448/html?lang=de&srsltid=AfmBOorpY2zR8U0H69h0jQl80OziANkl1uqRnFwkwQspHvS1JCr2syAl
Elspaß, S. & Kleiner, S. (2019). Forschungsergebnisse zur arealen Variation im Standarddeutschen. In J. Herrgen & J. E. Schmidt, unter Mitarbeit von H. Fischer & B. Ganswindt (Hrsg.), Sprache und Raum: Ein internationales Handbuch der Sprachvariation (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft / Handbooks of Linguistics an Communication Science (HSK) 30⁄4) (S. 159–184). De Gruyter Mouton.
Kleiner, S. (2011ff.). Atlas zur Aussprache des deutschen Gebrauchsstandards (AADG). Unter Mitarbeit von Ralf Knöbl. http://prowiki.ids-mannheim.de/bin/view/AADG/
Variantengrammatik des Standarddeutschen (2018). Ein Online-Nachschlagewerk. Verfasst von einem Autorenteam unter der Leitung von Christa Dürscheid, Stephan Elspaß und Arne Ziegler. Open-Access-Publikation [https://mediawiki.ids-mannheim.de/VarGra/index.php/Start].
