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ConsultationAb Klasse 8
Eine Deutschpflicht auf dem Schulhof? Notenabzug aufgrund von Dialekt im Referat? In zwei Schulstunden widmen wir uns den Themen Linguizismus und Sprachideologien. Die Stunden können unabhängig voneinander unterrichtet werden. Alle Materialien und Unterrichtsverläufe finden Sie auf dieser Seite.
Wenn Menschen in einer Gesellschaft aufgrund ihrer Sprachen oder Dialekte Vorteile erfahren und andere Menschen aufgrund ihrer Sprachen oder Dialekte Nachteile erfahren, dann nennen wir dies auch Linguizismus.
In unserer Gesellschaft sprechen wir viele Sprachen und Dialekte. Darüber, wie wir sprechen sollen, und wer wie sprechen sollte, sind wir uns nicht immer einig.
Allerdings haben wir als Gesellschaft bestimmte gemeinsame Überzeugungen: Diese Sprache klingt besonders gebildet! In der Öffentlichkeit sollte man so und so sprechen! In der Schule sollte diese und jene Sprache gelehrt werden. Oft sind diese Überzeugungen von Generation zu Generation überliefert. Diese gemeinsamen Überzeugungen nennen wir auch Sprachideologien. Wir hinterfragen sie selten.
Wir können uns das wie einen Sprachenmarkt vorstellen: manche Sprachen gelten als besonders wertvoll, sie bringen Vorteile, andere Sprachen bringen weniger Vorteile mit sich. Macht und Ressourcen werden in einer Gesellschaft also – auch auf Basis von Sprache – unterschiedlich verteilt. Meistens werden übrigens genau die Sprachen als besonders wertvoll betrachtet, die gebildete Menschen in hohen Positionen sprechen.
Wenn Menschen in einer Gesellschaft aufgrund ihrer Sprachen oder Dialekte Vorteile erfahren und andere Menschen aufgrund ihrer Sprachen oder Dialekte Nachteile erfahren, dann nennen wir dies auch Linguizismus.
Solche Vor- und Nachteile können offensichtlich sein: „Sie kriegt den Job, sie ist deutsche Muttersprachlerin“ oder auch unterschwellig: Zum Beispiel wenn ein dialektsprechendes Kind aufgefordert wird: „Und jetzt sag’s nochmal schöner.“
Manchmal geht Auf- oder Abwertung von einer Einzelperson aus, zum Beispiel wenn eine Person eine andere auslacht. Manchmal geht Auf- oder Abwertung auch von einer Institution aus, z.B. wenn eine Schule bestimmte Sprachen der Kinder auf dem Pausenhof verbietet.
Wenn andere Menschen sich abwertend über die eigene Sprechweise äußern, kann das große Auswirkungen auf unser Selbstbewusstsein haben. Manche Nachteile beeinflussen sogar unseren Erfolg in der Schule und im Beruf. Das ist nicht fair.
Forschende wissen: es ist menschengemacht, welche Sprachen wir wie bewerten und wie wir mit Sprachen umgehen. Das heißt aber auch: wir können Dinge verändern. Zum Beispiel wenn ich das nächste Mal inne halte, bevor ich über eine bestimmte Sprechweise lache –Oder wenn ich mich mit anderen Menschen organisiere, zum Beispiel für Sprachenrechte – auch auf dem Pausenhof.
Ein erster Schritt zur Veränderung kann auch sein, Fragen zu stellen: Warum klingt diese Sprache eigentlich besonders gebildet? Wer bestimmt das? Und wer profitiert davon?
Ein Video des Projekts Dialekt und Du der Arbeitsstelle Sprache in Südwestdeutschland
Dirim, İ. (2010). „Wenn man mit Akzent spricht, denken die Leute, dass man auch mit Akzent denkt oder so.“ Zur Frage des (Neo-)Linguizismus in den Diskursen über die Sprache(n) der Migrationsgesellschaft. In P. Mecheril, İ. Dirim, M. Gomolla, S. Hornberg, & K. Stonjanov (Eds.), Spannungsverhältnisse, Assimilationsdiskurse und interkulturell-pädagogische Forschung (pp. 91–112). Waxmann.
Elspaß, S. & Möller, R. 2003ff. Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA), Karte 9_05a_Vergleichspartikel nach Komparativ <https://www.atlas-alltagssprache.de/vergleichspartikel/?child=runde>
Maitz, P. & Elspaß, S. (2011). „Dialektfreies Sprechen – leicht gemacht!“ Sprachliche Diskriminierung von deutschen Muttersprachlern in Deutschland. Der Deutschunterricht, 63(6), 7–17. (Thematisches Heft Sprache und Diskriminierung, hgg. von Stephan Elspaß & Péter Maitz)
Maitz, P. & Elspaß, S. (2011). Zur sozialen und sprachenpolitischen Verantwortung der Variationslinguistik. In E. Glaser, J. E. Schmidt, N. Frey (Eds.), Dynamik des Dialekts – Wandel und Variation. Akten des 3. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD) (pp. 221–240). Steiner.
Skutnabb-Kangas, T. (2000). Linguistic genocide in education – or worldwide diversity and human rights? Lawrence Erlbaum Associates. https://doi.org/10.4324/9781410605191
Spitzmüller, J. (2022). Soziolinguistik: Eine Einführung. J.B. Metzler. https://doi.org/10.1007/978–3‑476–05861‑4
Wiese, H., Tracy, R. & Sennema, A. (2020). Deutschpflicht auf dem Schulhof? Warum wir Mehrsprachigkeit brauchen. Dudenverlag.
